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Wo „Boerney und die Tri Tops“ auftauchen gehen Hände nach oben, wippen Füße im Takt und Hüften kreisen animalisch – und das schon beim Soundcheck. Die Hamburger Kultcombo rockt die 70er-Jahre rauf und runter, von Abba bis Zappa, von Schlager bis Glam-Rock. Die Truppe gäbe es gar nicht, hätte Bandgründer Bernd Wiedenhöft nicht als Jugendlicher mal einen rabenschwarzen Tag gehabt: Sein Fußballteam wurde 0:8 vom Platz gefegt – und er war der Torwart. Jung-Bernd suchte sich daraufhin ein neues Hobby und stellte bald fest, dass eine Gitarre bei den Mädchen ohnehin besser ankommt, als grandplatzverschmutzte Torwarthandschuhe. Mit 15 ist das eine wichtige Erkenntnis. Also schnappte er sich eine Gitarre und setzte sich zu den „großen Jungs“, die in Wilhelmsburg am Teich Musik machten. Aus der losen Runde wurde eine Band „Wir nannten uns Black Dust“, erzählt Bernd. „Unseren ersten Auftritt hatten wir in Seevetal am Pulvermühlenteich in Meckelfeld. Da haben uns 200 Männer zugejubelt. Die waren alle von der Bundeswehr. Keine Ahnung, wie die dahin kamen.“ Kurz darauf sattelte Börney um auf Punkrock. Mit der Band „Gelee Royal“, an die sich Ex-Punker heute noch gern erinnern, verdiente er zum ersten mal Gage: 50 Mark für die ganze Band für einen Auftritt im Wilhelmsburger „Deichgraf“. Wiedenhöft lernte Raumausstatter, merkte jedoch schnell, dass Teppiche und Tapeten längst nicht so seine Sache waren, wie Girls und Gitarrengriffe. Ein zweiter Versuch, etwas Anständiges zu werden, ohne den Anstand zu verlieren, machte ihn zum selbstständigen Luftfrachtspediteur. „Aber das war nicht die Erfüllung“, sagt er. Die Musik hatte er nie aufgegeben, und als der Schlagermove entstand, war seine Band mit einem eigenen Truck und einem eigenen Song dabei. „Bei der Pressekonferenz sind wir aufgesprungen und haben spontan losgefetzt“, erinnert er sich. Ein anwesender Vertreter der Plattenfirma Ariola war mittelschwer beeindruckt und bot einen Vertrag an. „Damals musste ich mich entscheiden: Firma oder Musik. Ich nahm Musik.“ Zu dieser Zeit entstand der Bandname – zunächst in der längeren Version: Boerney und die Tri Tops mit dem Sonntagsfahrverbot. Warum Tri Top? „Wir sind damit aufgewachsen, wir hatten nichts anderes.“ Der Getränkehersteller sponsorte denn auch bald ein paar tausend Flaschen, weil Börneys Bagage das Tri Top-Feeling authentisch rüberbringt. Boerney hatte, als Tri Top erneut auf den Markt gebracht wurde, dort angerufen und gesagt: “Wir klingen, wie ihr schmeckt.” Nur: als die Band die Flaschen bei einem Konzert in Mölln unter das Publikum bringt, merkt man deutlich, dass längst nicht alle mit dem Getränkesirup aufgewachsen sind: “Die haben uns das Zeug aus den Händen gerissen und teilweise pur getrunken. Die wussten gar nicht, dass man das verdünnen muss”, erinnert sich Wiedenhöft. Das 70er-Feeling bingt der Bandleader seit einiger Zeit auch am Bein zur Geltung: “Ich habe mir eine knallrote Veddelhose gekauft - mit 120er Schlag. So etwas durfte ich früher nicht tragen.” Auch wenn die Plattenfirma irgendwann ausstieg: Für Boerney und die Tri Tops gehen die Partys nicht aus. Ob Stadtfest oder Open-Air-Festival: Gut 80 Mal im Jahr steht die Band auf der Bühne und dann heißt es: Einszweirocknroll! Und vor der Bühne? Da gehen die Hände nach oben, die Füße wippen und die Hüften kreisen...
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