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Spielt jemand Jazz in einer Band, sagt man, er sei musikalisch. Fährt einer Oldtimerrennen, bescheinigt man ihm ein Gespür für Avantgarde oder Testosteron im Blut. Peter „Banjo“ Meyer aus Maschen macht einfach beides und beweist ganz nebenbei, dass sattes Motorengeräusch und Jazzklänge nicht unbedingt Dissonanzen erzeugen müssen
Der Mann hat eine sonore, tiefe Stimme. Es ist leicht, sich Peter Meyer, genannt „Banjo“, on Stage beim Jazzen vorzustellen. Seiner ersten Leidenschaft erlag der gebürtige Hamburger mit etwa zwölf Jahren. In einer Schülerkombo wurde ein Banjo-Spieler gesucht. Er meldete sich, wurde genommen und hatte seinen Spitznamen weg. „Ich versprach meiner Mutter, auch weiterhin mein verhasstes Akkordeon zu üben, wenn ich denn nur auch Banjo spielen dürfe“, erzählt Meyer. Sie war so weise, es ihrem Filius zu erlauben – und das hat sich gelohnt:
Bereits 1959 hatte dieser seinen ersten öffentlichen Auftritt mit einer Jazzband. 1963 folgten gemeinsam mit dem Hamburger Trompeter Abbi Hübner die „Abbi Hübners Low Down Wizards“. 1970 war er Mitbegründer der populären Hamburger Kultjazzband „Jazz Lips“ (bis heute aktiv) und 1974 stellte er „Meyers Dampfkapelle“ zusammen. Deren Song „Ich mag so gern am Fließband steh’n“ wurde ein großer Hit. Jetzt schwelgt Meyer, Vater einer 32-jährigen Tochter in Erinnerungen: „Ich trat sogar in New Orleans und Chicago auf – was für eine tolle Zeit!“ Bei so viel musikalischem Enthusiasmus vergisst der gelernte Verlagskaufmann – er hat bei Axel Springer gelernt – nie seine zweite ganz große Liebe: Oldtimer. Drei hat er an der Zahl, nur den Triumph 3A teilt er sich mit seiner Frau, Liebe Nummer drei (natürlich nicht in dieser Reihenfolge). „Der Morgan Plus 4 und der Riley TT Sprite werden rechts gelenkt – da hat sie Respekt vor“, wirft er feixend ein. An Frau Meyers Stelle würde ich eine Spritztour wagen, denke ich mir.
Die Autos sind auf Hochglanz poliert und parken, nein, sie wohnen jeweils in einer eigenen top-aufgeräumte Garage: Schrauben, Politur und so genannte Nüsse, wechseln sich mit Postern und internationalen Kennzeichen ab. Hier lebt einer sein Hobby. „Früher war ich sehr unordentlich, aber das hat sich im Laufe der Jahre zum Glück geändert“, betont der stolze Besitzer. Eigentlich besitzt Meyer nicht nur, er fährt auch – und zwar Rennen. Die Jahre, in denen die Reifen am meisten quietschten waren 1967-70. Da war er Stammgast auf den Pisten. Und heute? „Ach, heute“ beginnt er und bricht ab. Ich ahne es: der fährt noch! „Ja, dieses Jahr“, fährt Meyer fort, „bin ich im Juni beim Eiffelrennen auf dem Nürburgring, gestern habe ich mich angemeldet.“ Ha, wusst’ ich’s doch. „Übrigens sitze ich gerade an einem Buch, ein technisches Handbuch über ´Wilson Vorwahlgetriebe` im Riley“, gesteht er abschließend noch. Erscheinungstermin? Wohl Herbst 2010. Dass er schreibt, wusste ich nun nicht und mache große Augen. Das wiederum freut Peter Meyer. Er lacht und denkt vermutlich an die ersten Fahrten durch die frühlingshafte Süderelbe-Region untermalt mit Jazz-Musik.
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