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von Christian Johannes May
Seit vor gut 15 Jahren mit großem Erfolg ein Lichtforum die Speicherstadt erhellte, wächst das Hamburger Kontor-Viertel nach und nach zur illuminierten Großstadt-Bühne heran, an deren leuchtende Kostümierung nur Profis dürfen.
Sie war über Jahrhunderte das Herzstück des Hanseatischen Handels, Sinnbild von Wohlstand und Weltoffenheit: Die Speicherstadt. Das geschäftige Treiben von einst mit quietschenden Lastkränen und mit Getreidesäcken hantierenden Arbeitern gibt es nicht mehr. Vielmehr prägt der nebenan entstandene Stadtteil „HafenCity“ das Gesamtbild mit modernen Verkehrswegen, trendigen Restaurants, Kanzleien und Agenturen. Aber auch die geschichtsträchtige Speicherstadt mit ihren Kopfstein gepflasterten Wegen verändert ihr Gesicht. Ganz besonders, wenn es dunkel wird. Dann wird die Ausstrahlung der neugotischen Backsteinarchitektur durch ca. 1000 Lampen, Spot-Lights und Lichtanlagen noch verstärkt. Nachdem der gesamte Bereich hinter dem Zollkanal 1991 unter Denkmalschutz gestellt wurde, fand zwei Jahre später zwischen den Straßen Neuer Wandrahm und Am Sandtorkai das erste Lichtforum Hamburgs statt. Die Idee der Kombination alter Architektur und moderner Beleuchtung reifte aus, und schließlich machte Michael Batz 1999 bei seiner ersten Theaterinszenierung von „Mozart Amerika“ die alte Dame „Speicherstadt“ zur perfekt ausgeleuchteten Kulisse. Um das Zusammenspiel von Kultur und adäquater Beleuchtung kümmert sich seit September 2000 der gemeinnützige Verein „Licht-Kunst-Speicherstadt e.V.“ - ein Zusammenschluss verschiedener Unternehmen und Personen. Die Finanzierung erfolgt über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Patenschaften. Hier sind neue Mitglieder, die das herausragende hanseatische Projekt unterstützen, genauso wie Spenden immer gern willkommen, ja sogar gesucht. Der Jahresbeitrag für eine Mitgliedschaft liegt bei 500 Euro. Der ehrenamtliche Geschäftsführer Rainer Nelde, im Hauptberuf der Leiter der Vermietung bei der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG): „Diesen Job kann man nicht ohne Herzblut und eine hohe Affinität zum Areal machen“. Diese Leidenschaft für Speicherstadt und Hafen teilt auch die Firma Horst Busch ELEKTRO-TECHNIK GmbH aus Wilhelmsburg und ist bis heute für die Installation der unzähligen Leuchten verantwortlich. Als Mitglied des Licht-Kunst-Vereins ist man sich des Prestige-Objekts „Speicherstadt“ durchaus bewusst. „So ein Projekt hat natürlich schon einen ganz speziellen Status für ein Hamburger Unternehmen“, so Oliver Seib, Assistent der Geschäftsleitung des Elektro-Technik-Untenehmens. „Es ist schon ein besonderes Erlebnis, auf Barkassen stehend, ein Gebäude mit Lichtern zu bestücken.“ Und nicht nur mit Beleuchtung kennt man sich bei Horst Busch aus: Brandmeldeanlagen und Videoüberwachung gehören ebenso zum festen Repertoire wie Kommunikationsanlagen. Und wer Kunden aus der Industrie sowie Banken, Hausverwaltungen, Architekten, Gewerbebetriebe und Privatleute betreut, weiß, was in der Branche zählt: Qualitätsbewusstsein, Verlässlichkeit und umfassende Kenntnisse. Diese Kompetenzen vermittelt das seit 1976 bestehende Unternehmen jährlich an neue auszubildende „Leucht-Künstler“ weiter. Im Jahr 2009 sind es fünf. Damit sollte die glänzende Zukunft des Hamburger Wahrzeichens für die nächsten Jahre gesichert sein.
Pläne hätte Rainer Nelde vom Verein da schon: „Neben dem schon geplanten „Jedermann“ auch noch einmal ein Barkassenkorso wie bei „Mozart Amerika“ oder eine Hausfassade als Backsteinbühne – das wäre ein Traum.“ Vielleicht ist das sogar schon 2010 möglich. Da feiert die HHLA ihr 125jähriges Bestehen. Viel zu tun für Horst Busch ELEKTRO-TECHNIK GmbH. Oliver Seib ist optimistisch: „Wir sind gut und breit aufgestellt!“
www.lichtkunst-speicherstadt.de www.horst-busch.de
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